Naturschutz

Fünf Kubikmeter Müll am Obersee gesammelt


veröffentlicht in Neue Westfälische Mon, 8.3.1997
Von Arno Ley

Bielefeld-Schildesche. "Da lag deutlich mehr Müll herum, als wir gedacht hatten." Mit Horst Jäger an der Spitze hatten am Samstag mehr als 30 Mitglieder von drei Schildescher Vereinen das Ufer des Obersees gereinigt. Fünf Kubikmeter Abfall trugen sie zusammen. "Es ist eine Sauerei, was die Leute so alles dort hinterlassen."
Wir haben hunderte von Einwegfeurzeugen gefunden, Mengen von Flaschen und Dosen sowie etliche Plastikbecher und -Flaschen", beschrieb Jäger zum Abschluß der Aktion die "Strecke". Um 9 Uhr hatten sich Mitlieder des Vereins "Pro Untersee", des ,,Marine-Regatta-Vereins Bielefeld" und des ,,Kanarien- und Vogel-schutzvereins Schildesche" am Halhof zusammengefunden. "Am Wehr" haben wir uns aufgeteilt. Die eine Gruppe ging nördlich, die andere südlich um den See herum", erklärte Jäger.

,,Es ist fast unglaublich, was einige Leute alles an Dreck hinterlassen." Neben Rauchern und Trinkern, von denen offensichtlich viele ihren Müll einfach unter sich lassen, gibt es auch immer noch diejenigen, die mit größerem Aufwand ihren Abfall in die Landschaft transportieren, um einige Mark bei den Entsorgungskosten zu sparen, ,,ln einem eigens abgezäunten Bereich am Seeufer haben wir einen Autoreifen und einen alten Fernseher gefunden", gibt Jäger als größten Funde an. "Auch ein Plastikgartenteich lag dort herum."

Daß die stilleren Winkel um den Obersee auch gelegentlich von den Abhängigen harter Drogen aufge- sucht werden, belegen drei Einmal- spritzen, die im Unterholz entdeckt wurden.

Unglaublich, was einige an Dreck hinterlassen

Während die Mitglieder des Vereins "Pro Untersee" und vor allem die Jugend des Marine-Regatta-Vereins das Ufer in einem Umkreis von gut 100 Meter säuberte, reinigten die Vogelfreunde die Nichtkästen. Die Brutsaison steht unmittelbar bevor. Mit Greifzangen, Harken, Sammelbehältern, zwei Fahrzeugen und zwei Mitarbeitern unterstützte zudem das Grünflächenamt die Aktion. "Da haben wir sofort offene Ohren, Zustimmung und Hilfe gefunden", lobt Jäger die Verwaltungsabteilung.

Nach 2,5 Stunden trafen sich die Gruppen dann in Höhe des Seekruges. Zum Abschluß der Sammlung hatten einige Mütter aus dem Regatta-Verein dann Heißwürstchen, Kaffee und Kuchen vorbereitet.

"Eigentlich müßte das Seeufer wohl alle drei Monate gereinigt werden", vermutet Jäger. Im Spätherbst vergangenen Jahres hatten die Angler ebenfalls fünf Kubikmeter Müll eingesammelt. Und nach der Veranstaltung "Heiß auf Eis" im Januar hatten die NEUE WESTFÄLISCHE und "Radio Bielefeld" die Böschungen reinigen lassen. "Eigentlich unbegreiflich, daß schon wieder so ein Dreck hier rumlag," staunte Jäger.

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