Chronik des Vereins

Am 01.01.1912 gründeten die Kanarienzüchter

Krämer
Störmer
Kahmann
Weber
Brinkmann
und Möller

im Lokal des Fritz Möller in Schildesche den heutigen "Kanarienzucht- und Vogelschutzverein in Bielefeld-Schildesche von 1912 e.V." unter dem Namen

"Verein für Vogelschutz und Vogelzucht Schildesche" .

Der Vorstand wurde am 03.03.1912 gewählt, sein

1. Vorsitzender wurde W. Brinkmann.

Durch erfolgreiche Werbung und Öffentlichkeitsarbeit zählte der Verein schon nach kurzer Zeit 30 Mitglieder.

Außer der Zucht von Kanarien widmete sich der Verein bereits dem Schutz unserer heimischen Vogelwelt. Futterhäuser sowie 100 Nistkästen wurden bereits im 1. Jahr aufgestellt, gepflegt und unterhalten. Am 28.07.1912 trat der Verein dem "Rheinisch-Westfälisch-Lippischen Verband" bei und richtete am 21./23./24.11.1912 seine erste Vereinsausstellung aus.

Für die Tombola wurden 50 Kanarienhähne zum Preis von 6,00 Mark das Stück verkauft. In den nachfolgenden Jahren wurden immer mehr Vögel für die Tombola gespendet, so daß bei den kommenden Schauen nur noch vereinzelt Vögel gekauft werden mußten. Die erste Ausstellung fand bereits großen Zuspruch in der Bevölkerung und man zählte mehr als 1000 Besucher.

Innerhalb von kurzer Zeit verzeichnete der Verein bereits 100 Mitglieder, von denen sich 40 im Jahre 1915 im Felde befanden. Aufgrund der allgemeinen Kriegswirren wurde die Zucht der Kanarien immer problematischer, da man nur noch Futter von der Verteilungsstelle Düsseldorf bzw. der Reichsverteilungsstelle Berlin erhielt.
Um überhaupt noch Ausstellungen durchführen zu können, wurden Kaninchen gezüchtet und in gemeinsamen Schauen ausgestellt. Aber nicht nur die Futterknappheit bedrohte das Aussterben des Kanarienvogels, viele unserer Züchter kamen aus dem Felde nicht mehr zurück bzw. ihr Zuchtmaterial war durch Kriegseinwirkungen völlig vernichtet worden.
Eine für 1918 geplante Verbandsausstellung fiel aus, da alle Säle mit Militär belegt waren.

Am 17.12.1912 wurde der Zuchtfreund H. Krämer sen. anläßlich seines 80jährigen Geburtstages zum 1. Ehrenmitglied des Vereins ernannt.

Erst im September 1922 hatte der Verein seine alte Mitgliederstärke wieder erreicht und zählte 103 Mitglieder.
1923 übernahm der Zuchtfreund Heinrich Krämer den Verein. Im August 1924 wurde W. Sewing als neues Mitglied in den Verein aufgenommen, er war später lange Jahre 1. Vorsitzender.
Am 29.03.1925 wurde beschlossen, die Ausstellungstage von Buß- und Bettag bis Totensonntag stattfinden zu lassen.
Erstmals wurden 1925 auch Familienausflüge durchgeführt, wodurch das Vereinsleben einen Aufschwung erfuhr. Den Vorstand übernahm Zuchtfreund August Wörmann.
1930 war der Verein züchterisch bereits führend im Landesverband und seine Ausstellung wurde von Jahr zu Jahr immer beliebter bei der Bevölkerung. Im selben Jahr wechselte der Verein sein Vereinslokal in die Gaststätte Denker.
Bei der Vereinsschau in Hamm wurde erstmals "Farbkanarien" prämiert.

In den Jahren von 1931-1938 litt die Vereinsarbeit sehr unter den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen. Arbeitslosigkeit, Rede- und Pressefreiheit ließ eine fruchtbare Vereinsarbeit gar nicht aufkommen. Versammlungen fanden nur noch im kleinen Kreis statt. Den Vorsitz übernahm am 12.02.1938 unser Zuchtfreund W. Sewing, da der bisherige Vorsitzende August Wörmann verstorben war.

Aber es kam noch schlimmer, denn durch gesetzliche Vorschriften mußte der Verein sich umbenennen und nannte sich von nun an Kanarienzuchtverein Bielefeld-Schildesche. Kurz darauf wurde der Verein aus politischen Gründen gezwungen aus dem D.K.B. auszutreten.

Am 14.01.1941 fand vorläufig die letzte Versammlung statt. Verdunklungs-Flieger- und Bombenalarm brachten die Vereinsarbeit völlig zum Erliegen. Viele Zuchtbestände wurden durch Bombenangriffe vernichtet. Ein großer Teil der Züchter kehrte aus dem Felde nicht mehr zurück. Der Verein blieb aber weiterhin bestehen und nahm 1945 erstmals wieder seine Arbeit auf.

1946 waren es 6 Züchter, die die Zucht trotz Futtermangels wieder aufnehmen konnten.
Im Jahr darauf nahmen nach und nach auch die anderen Vereine in Bielefeld wieder ihre Arbeit auf und riefen 1948 den Westfälisch-Lippischen Verband wieder ins Leben. Die Verbandsausstellung fand im Lokal Wittenborn statt. H. Krämer war der einzige Züchter des Vereins, der in der Lage war, Vögel auszustellen.
1950 hatte sich die Lage soweit normalisiert, daß das Vereinsleben langsam wieder erwachte. 13 alte Züchter hatten wieder zusammengefunden, Spfrd. G. Wiegand war die erste Neuaufnahme nach dem Krieg.

Die von den 3 Bielefelder Vereinen gegründete Arbeitsgemeinschaft übertrug die erste Ausstellung nach dem Krieg im Volkshaus Sudbrack, dem Schildescher Verein.
Vom Schildesche wurden 5 Kollektionen ausgestellt.
Nach und nach wurde der Verein größer und im Februar 1951 wurde erstmals wieder ein Vorstand gewählt, da W. Sewing bisher Vorsitzender, Schriftführer und Kassierer in einer Person war.

In den folgenden Jahren schlossen sich immer mehr neue Züchter dem Schildescher Verein an, so daß der Verein bald wieder auf 30-35 Mitglieder angewachsen war.

Vereins- und Verbandsausstellungen, Deutsche Meisterschaften und Weltmeisterschaften wurden in den nachfolgenden Jahren von Züchtern unseres Vereins erfolgreich beschickt.
Der Verein widmete sich wieder dem Vogelschutz, stellte Futterhäuschen auf, bastelte Nistkästen und verteilte Streufutter an die Mitglieder.
Mit dem allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung Ende der 50ziger Anfang der 60ziger Jahre kam auch der Aufschwung im Kanariensport, der glücklicherweise bis heute anhält.


Vereinsvorsitzende


1912

W. Brinkmann (Vereinsgründer)
1923 H. Krämer
1924 A. Wörmann
1938 W.Sewing
1967 H. Kipp
1968 F. Ostwald
1978 E. Mruck
1991 H. Meyer
seit 1997 E. Mruck


 

 

Gründungsversammlung 01.01.1912

 

 

 

 

 

 

 

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